WIESO KOMMT ES ZU FARBTONUNTERSCHIEDEN?

Manche Kunden fragen sich, wieso es so kompliziert sein soll, die richtige Farbe zu finden. Es gibt doch den Farbcode des Herstellers. Wie bereits angeklungen, gibt es verschiedenste Einflüsse auf eine Farbe. Die Gründe für diese Schwankungen sind daher mannigfaltig. Schon beim Fahrzeughersteller kommt es zu verschiedenen Abtönungen. So haben wir an einem Neufahrzeug schon 16 verschiedene Nuancen einer Farbe feststellen können.

Der Hersteller ist auf seine Verkaufszahlen im Verhältnis zu seinen Herstellungskosten fixiert. Daher kommt dem optischen Erscheinungsbild seines Fahrzeugs eine große Rolle zu.

Es wurden neuere ausgefeiltere Pigmente entwickelt, die Klarlacke wurden eingefärbt, um einer Farbe eine größere Tiefe oder mehr Leuchtkraft zu geben. Es werden neben den bekannten Metallic-Plättchen aus Aluminium, Wismut oder anderen teilweise bedampften Metallplättchen zum Beispiel auch Kunststoffprismas und anderes zugesetzt. Die Ingenieure der Autohersteller haben immer neue Ideen, lassen sich immer wieder neue Verfahren zu Einsparungen, v.a. im Beschichtungsbereich einfallen. Decklacke werden auf entsprechend eingefärbte Grundierfüller nur noch transparent aufgebracht oder das konventionelle „Druckluftspritzen“ wird weiterentwickelt. Teilweise werden nur noch trockene Stäube durch Roboter appliziert. Teilweise werden die Verfahren und Pigmente auf eine günstigere Variante umgestellt, ohne die Farbe (also den Farbcode) zu ändern.

Auch spielen unterschiedliche Produktionsstandorte eine entscheidende Rolle. Manche Modelle werden teilweise in bis zu 3 verschiedenen Ländern gebaut. Jedes Werk hat andere Zulieferer mit unterschiedlichen Applikationsverfahren.

Aber auch lackherstellungsbedingt unterliegen die eingesetzten Farben Farbtonschwankungen. Die Rohstoffe sind nicht immer gleich. Metallerze und andere Pigmente, die zwar aus demselben Abbaugebiet allerdings aus tieferen Schichten stammen, waren anderen Drücken ausgesetzt und können daher schon unterschiedliche Tönungen aufweisen. Auch bei den „künstlich“ hergestellten Pigmenten sind die Herstellungsbedingungen nicht immer gleich. Hinzu kommen noch der Alterungsprozess des vorhanden Lacks. Auch hier kann es durch Umwelt- und Standorteinflüsse zu Farbtondifferenzen kommen.

Haben Sie schon einmal die Stoßstangen mit dem Rest Ihres Fahrzeugs verglichen?

Natürlich kann hier ein Unterschied auch auf verschiedene Zulieferer etc. (siehe oben) zurückgeführt werden. Manche schieben es auch auf verschiedene Trägermaterialien wie Kunststoff oder Metall. Aber, es spielen auch die Gesetzte der Optik eine nicht unerhebliche Rolle. Einfallswinkel ist gleich Ausfallswinkel beim Licht haben Sie sicher schon gehört. Ist Ihnen aufgefallen, das die meisten Stoßstangen einen anderen Winkel der Oberfläche zum Betrachter haben als die angrenzenden Seitenteile oder Kotflügel. Oder bei einer Farbaufbringung durch den Roboter. Hierbei legen sich die eingebauten Metallplättchen des Basislackes alle geordneter als im Handspritzverfahren. Allein durch Applikationstemperatur, unterschiedlicher Spritzwinkel, unterschiedlicher Spritzdruck, unterschiedliche Luftfeuchte u.a. Einflüsse kann ein einzelner Lackierer sehr viele verschiedene Nuancen erzielen. Auch lässt sich ein Farbtonunterschied meist erst nach dem Trocknen der letzten Schicht feststellen.

Sie sehen, Farbe ist nicht gleich Farbe.


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