WIE PFLEGE ICH MEIN AUTO RICHTIG?

Bevor ich auf das Thema Handwäsche versus Waschanlagen eingehe noch einige Informationen:
Schmutz ist nicht gleich Schmutz. Dies Weisheit kennt jeder, der schon einmal seine Kleidung gewaschen hat.

In unserer Umwelt kommen immer wieder dieselben Verschmutzungen unserer geliebten Statussymbole vor. Während mancher Straßendreck dem Lackkleid nichts anhaben kann, gibt es einige immer wieder vorkommende Verschmutzungen, die sofort beseitigt werden müssen, da es sonst zu Lackschäden kommt, die nur noch durch eine neue Lackschicht, repariert werden können. Vogelkot, Insektenkadaver, Baumharze und ähnliches können in Verbindung mit Hitze und Tauwasser lackzerstörend wirken. Dies müssen möglichst zeitnah sanft entfernt werden.

  • Vogelkot erst einweichen und dann mit einem sanften Wasserstrahl abspülen. Wichtig ist hier nicht zu kurz einweichen, da sonst beim abwischen Kratzer entstehen können. Wenn sie allerdings zu lange warten, trocknet der Kotfleck wieder an, und sie erreichen das genaue Gegenteil. Denn etwas Wasser in Verbindung mit diesen Ausscheidungen führt zu einer Säurenbildung. Dies zerstört den Lack.
     
  • Harz- oder bituminöse Flecken lassen sich meist mit Silikonentferner, Testbenzin oder einer Verdünnung entfernen. Aber vorsicht. Zuviel Verdünnung oder Testbenzin löst auch den Lack an.
     
  • Insektenreste, vorallem im Frontbereich Ihres Fahrzeugs, sollten auch baldmöglichst entfernt werden. Denn bei Hitze und längerer Einwirkung können diese zu Farbveränderungen Ihres Lackes führen. Nur mit Wasser gehen diese Ablagerungen nur schwer weg. Am besten nehmen sie etwas Seife oder fettlösendes Spühlmittel, also tensidehaltiger Mischungen um diese Einzuweichen. Nehmen sie keinen rauhen Schwamm, dieser führt zu Mikrokratzern in Ihrem Klarlack.


Wer sein Auto liebt, der behandelt es schonend. Eine „liebevolle“ sanfte Handwäsche ist jeder Waschanlage vorzuziehen.

Sie kennen Eisflächen für Schlittschuhläufer im Winter. Genauso verhält es sich mit Ihrem Klarlack. Eine frisch abgezogene Eisfläche glänzt. Man spiegelt sich in ihr. Es kommen die ersten Schlittschuhläufer und ziehen ihre Kreise. Die Eisfläche „vergraut“ immer mehr. So verhält es sich auch mit Ihrem frischen Klarlack. Umwelteinflüsse wie Staub, leichter Regen in Verbindung mit Schmutzpartikeln, ein zu harter Schwamm oder die Bürsten einer Waschanlage verursachen mikrofeine Kratzer, die zum „vergrauen“ Ihrer hochglänzenden Oberfläche führen. Meist lassen sich diese wieder herauspolieren. Aber bedenken Sie, bei jedem Poliervorgang wird eine feine Klarlackschicht abgeschliffen. Die Oberfläche wird dabei auch „geöffnet“. D.h. es gibt mikroskopisch kleine Löcher durch aufgeschliffene kleinste Lufteinschlüsse. Diese müssen nach dem Polieren mit einer Schleifpaste wieder durch Wachs-, Hochglanz- oder Nanoversiegelung geschlossen werden.

Ob ein Fahrzeug in einer Waschanlage gewaschen wurde, sehen sie am besten wenn sie die Lackoberfläche im Streiflicht betrachten. Fahrzeuge die in Waschanlagen gewaschen werden weisen hier kreis-, bzw. spiralförmige Mikrokratzer auf, die sich auch noch gleichmäßig über das gesamte Fahrzeug erstrecken.

Also am besten ist immer noch eine sanfte Handwäsche. Zuerst kurz mit klarem Wasser einsprühen, nach kurzer Wartezeit eine Seifenlauge mit einem weichen Tuch aufbringen und dann wieder mit klarem Wasser abspülen. Sollten Reste wie „Fliegenschiss“ od. ähnl. bleiben, nur sanft mit dem Fingernagel entfernen, keinen rauen Schwamm verwenden. Anschließend abledern und fertig. Putzen oder Polieren Sie Ihr Auto nie in der prallen Sonne!


Zurück