LUPENEFFEKT

Bei der Farbangleichung wird in den Randbereichen zu den nicht neu lackierten Flächen der bestehende Lack mit einer weiteren Schicht Klarlack überzogen. Dies hat zur Folge, dass in diesen Bereichen die Klarlackschicht im Vergleich zu den bestehenden Lackflächen vervielfacht wird. Sie kennen den Effekt der Lichtbrechung an einer Wasser- oder Glasoberfläche. Dasselbe Phänomen tritt hier auf. Durch die größere Klarlackschichtdicke werden die Lichtstrahlen in einem anderen Winkel als an den angrenzenden unbehandelten Teilen gebrochen. Die Folge ist ein scheinbar leicht veränderter Farbton. Diese zu Egalisieren ist nur schwer möglich. Die Alternative den Klarlack innerhalb des flächigen Bereiches auslaufen zu lassen bringt wiederum andere Schwierigkeiten mit sich.

Ein „Auslaufen“ lassen einer Teilchenschicht auf null ist nur schwer möglich. Diese ist abhängig von der Dicke der kleinsten Teilchen und unserer Wahrnehmungsfähigkeit. Da Klarlacke auf Autoaußenflächen Spiegelcharakter haben, bemerken wir die kleinste Unregelmäßigkeit. Dieses „Auslaufenlassen“ (Beilackieren) des Klarlacks ist praktisch nur in untergeordneten schmalen Bereichen sinnvoll. Das zwangsläufige „Aufrauhen“ im Übergangsbereich muss durch den Lackierer aufwendig auspoliert werden.

Dieses Auspolieren stellt eine zeitweise Egalisierungsmaßnahme – eine Täuschung – unserer Wahrnehmung dar. Einmal werden mit dem ersten Polierstoff – eine feine Schleifpaste – diese rauhen Bereiche teilweise abgeschliffen. Im zweiten Poliervorgang werden dann die verbliebenen kleinsten Hohlräume und Löcher in der Oberfläche durch ein Wachs aufgefüllt.


Ergebnis:

In der ersten Zeit sind diese Übergänge nicht zu sehen. Es kann aber bei höheren Temperaturen sehr schnell dazu führen, dass diese vorher nicht sichtbaren Übergänge plötzlich matt werden.


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